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PANACEO und Vitamin C

PANACEO und Vitamin C

Erst kürzlich hatten US-Wissenschaftler gewarnt, dass in höheren Dosen eingenommenes Vitamin E das Risiko für Herzinfarkte nicht wie angenommen senkt, sondern sogar erhöht. Nun gerät auch das bei vielen Gesundheitsaposteln besonders beliebte Vitamin C ins Visier der Zweifler - zumindest, wenn es als synthetisches Vitamin C in Tabletten daherkommt.

Ein Forscherteam um David R. Jacobs von der University of Minnesota konnte jetzt nachweisen, dass hoch dosiertes, synthetisches Vitamin C in Pillenform die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zum Teil drastisch erhöhen kann. Ausgerechnet in der wichtigsten Risikogruppe für einen vorzeitigen Herztod - ältere Frauen, die unter Diabetes leiden - können die Pillen das Herzinfarktrisiko nahezu verdoppeln, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "American Journal of Clinical Nutrition".

Schon vor Jahren war den Ärzten aufgefallen, dass die Vitamin-C-Konzentration im Blut vieler Zuckerkranker ungewöhnlich niedrig ist. Dieser für Diabetiker typische Mangel stand als eine der Ursachen für die Häufung einer frühzeitigen Arterienverkalkung und der daraus resultierenden Herzinfarkte in Verdacht.

Vitamin C wird von vielen Menschen zur Vorbeugung gegen Arterienverkalkung eingenommen. Auch viele Zuckerkranke hoffen, dass die frei verkäuflichen Vitaminpillen bei ihnen das Herztodrisiko senken. Denn seit der zweimalige Nobelpreisträger Linus Pauling hohe Dosen von Vitamin C als Vorbeugung gegen viele Krankheiten empfohlen hat, ist die Ascorbinsäure zu einer Art Volksnahrungsmittel avanciert.

Schade könne Vitamin C in keinem Fall, lautete bisher die landläufig Meinung. Doch die Untersuchung von Jacobs und seinen Kollegen, durchgeführt über einen Zeitraum von 15 Jahren, scheint nun zu beweisen: Das Gegenteil ist der Fall - zumindest, was Zuckerkranke angeht, von denen es in Deutschland alleine zwischen vier und fünf Millionen gibt.

281 der 1923 DiabetikerInnen, die an der Studie teilgenommen hatten, starben während der 15-jährigen Dauer der Untersuchung einen Herztod. Nachdem die Wissenschaftler alle anderen bekannten Riskikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen statistisch ausgeschlossen hatten, erlebten sie eine Überraschung: Das höchste Risiko für bedrohliche Erkrankungen der Herzkranzgefäße hatten ausgerechnet jene DiabetikerInnen, die täglich mehr als 300 Milligramm synthetisches Vitamin C in Pillenform eingenommen hatten. Das war nicht einmal eine besonders hohe Dosierung: Linus Pauling etwa hatte pro Tag 1000 bis 1800 Milligramm empfohlen. Bei Nicht-Diabetikern hatte die Vitamin-C-Einnahme dagegen keinen Einfluss auf die wahrscheinlichkeit von Herzerkrankungen, schreiben die Forscher.

Warum Vitamin C aber das Herzinfarktrisiko sogar deutlich steigern kann, ist auch für Jacobs und seine Kollegen ein Rätsel. Bei der Ursachenforschung tippen sie auf die schon länger bekannte Tatsache, dass Ascorbinsäure nicht nur antioxidativ, sondern unter bestimmten Bedingungen auch oxidationsfördernd wirkt.

Diese widersprüchliche Eigenschaft werde offenbar immer dann neutralisiert, wenn Vitamin C als natürlicher Bestandteil von Obst und Gemüse in den Körper aufgenommen wird. Die Förderung der für die Blutgefäße schädlichen Oxidation von Bestandteilen des Nahrungsfetts - besonders des "bösen" LDL-Cholesterins - komme anscheinend dann zur Entfaltung, wenn das Vitamin C in Form synthetisch hergestellter Vitaminpillen in den Stoffwechsel gelangt.

Die von Experten als äußerst wichtig bewertete Untersuchung legt abermals nahe, dass die industriell hergestellten Vitaminpillen keinesfalls die in frischem Obst und Gemüse enthaltenen natürlichen Vitamine vollwertig ersetzen können. Lediglich Kapseln, die  - wie bei PANACEO - natürliches Vitamin C enthalten, werden deshalb empfohlen.